• Hilfe! Überall Asbest

Hilfe! Überall Asbest

04.10.2018 Daniel Bürgi, dipl. Natw. ETH, Präsident Vereinigung Asbest-Berater Schweiz

NFZ Ratgeberspalte des HEV Fricktal vom 27. September 2018 NFZ:

 

In den meisten Gebäuden, die vor 1990 gebaut wurden, gibt es noch asbesthaltige Materialien. Nicht immer geht davon eine Gefahr aus. Bei Renovationen, Sanierungen oder einem Rückbau gilt es aber aufzupassen. Seit 2016 gilt ausserdem: ohne Untersuchung keine Baubewilligung.

Die feinen, mineralischen Asbestfasern sind tückisch. Werden bei der Bearbeitung asbesthaltiger Bauteile die Fasern freigesetzt, gelangen sie in die Atemwege und können oft erst Jahrzehnte nach dem Kontakt Krebs auslösen. Bis zum Verbot vor fast 30 Jahren – 1990 – fand Asbest in der Schweiz breite Anwendung. Vom bekannten "Eternit" über Brandschutzplatten bis zu Fliesenklebern und Verputzen: über 3'500 Materialien können Asbest enthalten.

 

Erhöhtes Gesundheitsrisiko bei Handwerkern

Auch wenn inzwischen bekannt ist, welche Gefahr von Asbest ausgeht, ist der Informationsbedarf weiterhin hoch. Grundsätzlich stellen asbesthaltige Materialien für Bewohnerinnen und Bewohner – mit wenigen Ausnahmen – kein Gesundheitsrisiko dar. Eine Gefahr besteht dann, wenn asbesthaltige Materialien mechanisch bearbeitet und damit Fasern freigesetzt werden. Hauptbetroffene sind Handwerker und Arbeitnehmer im Baugewerbe.

 

Vorsicht beim Umbau zu Hause

Bei Umbauarbeiten am eigenen Heim ist auch für Heimwerkerinnen und Heimwerker Vorsicht geboten. Unbedingt müssen sie beim Entfernen und Bearbeiten von asbesthaltigen Materialien spezielle Schutzvorkehrungen wie Atemschutzmasken treffen.  Oft sind auch Unterdruckzonen notwendig. Je nach Art der Asbestanwendung sind SUVA-anerkannte Spezialfirmen hinzuzuziehen.

 

Was muss nun ein Liegenschaftsbesitzer tun?

Bei einer normalen Wohnnutzung besteht nur in sehr seltenen Fällen Handlungsbedarf. Wird hingegen gebaut, sei es ein Rück- oder ein Umbauprojekt, ist der Bauherr bzw. die Eigentümerin seit dem 1. Januar 2016 mit der neuen Abfallverordnung (VVEA) untersuchungspflichtig. Die Untersuchung ist die Grundlage für eine fachgerechte Sanierung der Asbestvorkommen und für die  Baubewilligung.

 

Hauseigentümerverband Fricktal

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