• Winterdienst - Was tun bei Laub, Schnee und Eis rund ums Haus?

Winterdienst - Was tun bei Laub, Schnee und Eis rund ums Haus?

17.11.2021

Die kalte Jahreszeit ist angebrochen: Laub, Schnee, Eis und Dachlawinen können zu Unfällen führen. Haften Sie als Grundstückeigentümerin?

Wenn jemand wegen unzureichendem Unterhalt eines sogenannten "Werkes" stürzt, haftet die Werkeigentümerin. Als Werke gelten Häuser und Garagen aber auch Vorplätze, Strassen, Wege, Trottoirs, Abstellplätze, Zugänge oder Zufahrten. Worauf müssen also Werkeigentümerinnen achten?

Schnee schippen und Dachlawinen verhindern - Wo liegt die Verantwortung
Das Gesetz sagt: Ein Grundstück muss gefahrlos begangen und befahren werden können. Dafür müssen Sie als Eigentümerin sorgen (lassen) und nasses Laub wegwischen, Schnee und Eis beseitigen, und - wenn nötig - streuen. Sie müssen ausserdem Dachlawinen verhindern. Kann die Gefahr nicht leicht gebannt werden (z.B. bei Eiszapfen am Dachrand), müssen Sie Absperrungen oder Warntafeln anbringen. Es gibt keine allgemeine Regel, wie häufig Sie streuen oder schippen müssen. Das hängt von den örtlichen Verhältnissen ab, vom Wetter, vom Aufwand und davon, wieviel Menschen betroffen sind. Sie müssen auch nicht rund um die Uhr schaufeln, und Unterhalt wird in aller Regel nur zwischen 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends erwartet.

Achtung Verschulden - Die Werkeigentümerin haftet
Denken Sie daran: Sie als Werkeigentümerin haften selbst dann, wenn Sie am unzureichenden Winterdienst nicht schuld ist. Man darf allerdings bei Schnee, Laub, Glatteis oder Eisregen ein vorsichtiges Verhalten und angepasstes Schuhwerk voraussetzen. Sonst liegt ein haftungsausschliessendes oder -reduzierendes Selbstverschulden des Opfers vor.

Sie müssen nicht selber Schneeschaufeln - Sie können das auch übertragen
Der Winterdienst ist Sache der Vermieterin. Er kann im Mietvertrag aber an die Mieterschaft übertragen werden. Wenn ein Aussenparkplatz oder ein Einfamilienhaus gemietet wurde, fällt die Unterhaltspflicht grundsätzlich in die Zuständigkeit der Mieterin. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft ist für den Unterhalt der gemeinschaftlichen Teile, und die Wohnungseigentümerin ist für denjenigen ihrer Wohnung (inklusive Balkon) verantwortlich. Wege, für die ein im Grundbuch eingetragenes Wegrecht gilt, müssen von der Berechtigten unterhalten werden. Dienen sie zugleich der Wegrechtsbelasteten, wird die Unterhaltslast gemeinsam getragen. Ein Dienstbarkeitsvertrag kann das anders oder genauer regeln.

Vorsorgen ist besser als Nachsorgen
Die genannten Haftungsrisiken lassen sich versichern. Prüfen Sie, ob Sie bereits über eine solche Versicherung verfügen oder ob eine solche abgeschlossen werden sollte.

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